Aufgabeneinbindung in Moodle

Einbinden von Übungssystem-Aufgaben als LTI-Tool am Beispiel von Moodle

Autor: Immo Schulz-Gerlach, FeU-Softwaretechnik, ZMI
Version: 1.2.0 – 20. Juni 2018
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Einleitung

Wenn Sie eine Moodle-Lernumgebung sowie das Online-Übungssystem parallel betreiben, können Sie Aufgaben Ihres Übungssystems-Kurses auch direkt in Ihre Moodle-Umgebung einbinden.

Streng genommen ist das nicht auf Moodle als Lernumgebung beschränkt: Die verwendete Schnittstelle (LTI – Learning Tools Interoperability 1.1) wird auch von anderen Systemen wie Blackboard unterstützt. In diesem Dokument gehen wir jedoch exemplarisch vom typischen Fall aus, dass als Ziel für die Aufgabeneinbettung (als sog. LTI-Tool-Consumer) ein vom ZMI betriebenes Moodle verwendet werden soll.

Die folgenden Abschnitte beschreiben, wie Sie eine im Übungssystem schon existierende Aufgabe in Moodle als sog. „externes Tool“ einbinden. Dazu wird vorausgesetzt, dass Sie bereits über einen Moodle- und einen Übungssystem-Kurs sowie in letzterem auch über fertige Aufgaben verfügen.


Einrichtung

Vorbereitung: Tool-URL aus Übungssystem beziehen

Loggen Sie sich als Betreuer in Ihrem Übungssystem-Kurs ein. Auf der Betreuer-Startseite wählen Sie unter »Einrichtung« den Menüpunkt »LTI-Verknüpfungen« aus:

»LTI-Verknüpfungen« im Betreuermenü
»LTI-Verknüpfungen« im Betreuermenü

Auf der so ausgewählten Seite öffnen Sie unten die Rubrik »Einrichten neuer Verknüpfungen…«. Dort können Sie dann aus einer Auswahlliste die Aufgabe auswählen, die Sie in Moodle einbinden möchten. Nach der Auswahl wird Ihnen ein URL generiert und im Normalfall (zumindest in den gängigen Desktop-Browsern) auch schon automatisch markiert, so dass Sie nur noch Strg-C bzw. am Mac Cmd-C drücken müssen, um diesen sog. Tool-URL (in LTI auch als „Launch-URL“ bezeichnet) in die Zwischenablage zu kopieren. Diesen werden Sie später in Moodle einfügen müssen.

Abruf des Tool-URLs zu einer Aufgabe im Übungssystem
Abruf des Tool-URLs zu einer Aufgabe im Übungssystem

Externes Tool in Moodle-Kurs einbinden

Loggen Sie sich in Ihrem Moodle-Kurs ein, schalten Sie ggf. den Bearbeitungsmodus ein und wählen den Link »Material oder Aktivität hinzufügen« zu einem Thema:

Aktivität hinzufügen in Moodle
Aktivität hinzufügen in Moodle

Als Typ wählen Sie daraufhin »Externes Tool« aus:

Auswahl »Externes Tool«
Auswahl »Externes Tool«

In der darauf folgenden Konfigurationsmaske vergeben Sie oben einen Titel, unter dem die Aufgabe in Moodle angezeigt werden soll, lassen Sie unter »Vorkonfiguriertes Tool« die Einstellung auf »Automatisch, basierend auf der Tool-URL«, und fügen Sie den zuvor aus dem Übungssystem kopierten Tool-URL in das entsprechende Feld ein (z.B. mit Strg-V bzw. Cmd-V):

Tool-URL in Moodle einfügen
Tool-URL in Moodle einfügen

Wenn das Online-Übungssystem Ihrer Moodle-Installation bekannt ist, sollte nach kurzer Wartezeit ein grünes Häkchen (wie in obiger Abbildung) erscheinen mit dem Hinweis, dass eine bestehende Tool-Konfiguration gefunden wurde und verwendet werden wird.

In der Regel sollten diese Einstellungen ausreichen. Unter »Mehr anzeigen…« können Sie optional noch weitere Einstellungen vornehmen, insbesondere können Sie unter »Startcontainer« eine andere Art der Einbettung auswählen: Die Toolkonfiguration des ZMI hat eine Standardeinstellung, die in der Regel den hier abgebildeten Screenshots entsprechen sollte, wonach die Aufgabe im rechten Bereich der Moodle-Seite eingebettet wird. Sie können hier auch z.B. eine Einbettung ohne die linke Navigationsspalte oder ein Öffnen der Aufgabe in einem eigenen Fenster (bzw. Tab) auswählen.

Fehlende Tool-Konfiguration?

Falls statt des grünen Häkchens eine Warnung angezeigt wird, dass zu diesem Tool-URL keine Tool-Konfiguration gefunden wurde, überprüfen Sie zunächst, ob der Tool-URL korrekt mit https://online-uebungssystem.fernuni-hagen.de/ beginnt. Ist das der Fall und das Übungssystem Ihrer Moodle-Installation unbekannt, wenden Sie sich bitte an den Helpdesk des ZMI mit genaueren Informationen (Tool-URL, Moodle-Installation, ggf. Screenshot). Eine noch fehlende Tool-Konfiguration kann dann in der Regel von der Übungssystem- und Moodle-Administration eingerichtet werden.

Falls Sie nicht ein zentrales, vom ZMI betriebenes Moodle verwenden, sondern eine eigene Installation von Moodle oder auch einem anderen LTI-kompatiblen System selbst betreiben, wenden Sie sich ebenfalls an den Helpdesk mit genaueren Angaben zu Ihrer Installation, damit Ihr System zunächst beim Online-Übungssystem als LTI-Tool-Consumer bekannt gemacht werden kann. Sie erhalten dann die Zugangsdaten, mit denen Sie (bzw. Ihr Administrator) die Tool-Konfiguration in Moodle (bzw. anderem Conumser-System) einrichten können.

Verknüpfung abschließen (Übungssystem-Zugriff autorisieren)

Starten Sie anschließend das so erstellte/verknüpfte Tool als Moodle-Betreuer (z.B. indem Sie unten den »Speichern und anzeigen«-Button benutzen oder nach dem Speichern das Tool in der Themenübersicht auswählen).

Wenn Ihr Moodle-Kurs und Ihr Übungssystem-Kurs noch nicht verknüpft wurden (dies also die erste Aufgabe Ihres Übungssystem-Kurses ist, die Sie in diesem Moodle-Kurs einbinden), erhalten Sie eine entsprechende Meldung:

LTI-Verknüpfung zum Übungssystem-Kurs hinzufügen
LTI-Verknüpfung zum Übungssystem-Kurs hinzufügen

Hintergrund: Normalerweise, wenn die Aufgaben Ihres Übungssystem-Kurses „ganz normal“ über das Online-Übungssystem aufgerufen und bearbeitet werden, entscheidet auch das Online-Übungssystem, welche Nutzer überhaupt zugriffsberechtigt sind. (Standardmäßig sind das alle Studenten, die den Kurs regulär belegt haben, optional auch Mentoren, die ihn betreuen.)
Beim Aufruf über LTI hingegen entscheidet Moodle, wer auf die Aufgaben zugreifen darf oder nicht. Damit nun nicht jeder Betreuer irgendeines Moodle-Kurses Ihre Übungssystem-Aufgaben in seinen Moodle-Kurs einbinden kann, muss eine einmalige „Paarung“ beider Kursumgebungen stattfinden.

Zu diesem Zweck betätigen Sie nun den entsprechenden Button »Verknüpfung erstellen!«. Falls Sie noch vom ersten Schritt (Erzeugen und Kopieren des Tool-URLs) im Übungssystem eingeloggt sind, genügt das. Andernfalls müssen Sie ggf. noch Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort eingeben, um sich als Betreuer dieses Übungssystem-Kurses auszuweisen und damit die Verknüpfung der Aufgaben dieses Übungssystem-Kurses mit der Moodle-Kursumgebung zu autorisieren1.

(Wenn Sie später weitere Aufgaben desselben Übungssystem-Kurses im selben Moodle-Kurs einbinden, entfällt dieser Schritt, da beide Kurse bereits verknüpft sind.)

Die so angelegte Verknüpfung wird Ihnen nun (und auch zukünftig immer, wenn Sie im Übungssystem den Menüpunkt »LTI-Verknüpfungen« aufrufen, s.o.) angezeigt:

LTI-Verknüpfung erfolgreich angelegt
LTI-Verknüpfung erfolgreich angelegt

Konfigurationsmöglichkeiten

In der oben abgebildeten Tabelle bestehender Verknüpfungen (auch jederzeit erreichbar über den Menüpunkt »LTI-Verknüpfungen« im Betreuerzugang des Übungssystem-Kurses, siehe oben) können Sie eine angelegte Verknüpfung wieder löschen oder weitere Konfigurationen vornehmen:

Studentenrechte vererben

In obigem Screenshot sehen Sie die Option »Studentenrechte vererben«, die standardmäßig aktiviert ist. Das bedeutet, dass jeder Student, der berechtigt ist zum Zugriff auf den Tool-Consumer (z.B. eine Moodle-Kursumgebung), automatisch auch Zugriff auf alle dort eingebetteten Übungssystem-Aufgaben haben soll.

Normalerweise (beim Direktzugriff) entscheidet das Online-Übungssystem selbst, wer Zugriffsrechte auf seine Kurse hat. Im Normalfall2 passiert dies anhand einer Kursbelegung, d.h. nur Studenten, die regulär (laut SLO) im jeweiligen Semester einen Kurs mit derselben Kursnummer wie die der Online-Übungssystem-Kursumgebung belegt haben, bekommen automatisch Zugriff. (Weiterhin kann ein Kursbetreuer Teilnehmer manuell anmelden.)

Bei aktivierter »Studentenrechte vererben«-Option wird diese Autorisierung (i.d.R. Belegprüfung) also für LTI-Zugriffe außer Kraft gesetzt, da in diesem Fall darauf vertraut wird, dass die Autorisierung komplett durch den Tool Consumer (Moodle-Kursumgebung) erledigt wird.

Falls das nicht gewünscht ist, also das Online-Übungssystem auch bei LTI-Zugriffen seine Autorisierungsprüfung vornehmen soll, genau wie bei Direktzugriffen auch (insb. falls nicht jeder Student, der zum Zugriff auf die Moodle-Kursumgebung berechtigt ist, auch automatisch zum Zugriff auf die Übungssystem-Umgebung berechtigt ist), dann deaktivieren Sie diese Option!

Hinweis: Das Abschalten der Option gilt nicht rückwirkend: Jeder Teilnehmer, der bereits einmal erfolgreich per LTI auf eine so eingebettete Aufgabe zugegriffen hat, kann das auch nach Abschalten der Option weiterhin, selbst wenn er laut Übungssystem-eigener Autorisierung eigentlich nicht berechtigt wäre. Denn wenn der Zugang einmal automatisch gewährt wurde, wird dadurch der Teilnehmer in die Teilnehmerliste/Belegerliste des Übungssystem-Kurses eingetragen. Sie können jedoch Beleger von dieser Liste wieder abmelden. Dann wird beim nächsten Zugriffsversuch die Autorisierung erneut geprüft.

Betreuerrechte vererben

Ähnlich verhält sich die Option »Betreuerrechte vererben«, die ebenfalls standardmäßig aktiviert ist. Das bedeutet, dass jeder, der in der Moodle-Kursumgebung Betreuerrechte hat, nun über einen LTI-Aufruf die Aufgabe im Übungssystem bearbeiten kann und auch sonst (für die Dauer der per LTI gestarteten Browser-Sitzung) volle Betreuerrechte im Übungssystem-Kurs besitzt, wie im nachfolgenden Abschnitt Übungssystem-Administration von Moodle aus noch genauer beschrieben wird.

Falls das nicht gewünscht ist – insbesondere falls Sie z.B. in einem FernUni-Moodle die Rolle »Betreuer ohne Bearbeitungsrechte« an Personen vergeben haben, die im Übungssystem keine Betreuerrolle (mit Bearbeitungsrechten) haben sollen, dann können Sie diese Option »Betreuerrechte vererben« abschalten.

Das bewirkt, dass auch über LTI-Aufrufe nur diejenigen Personen die Übungssystem-Aufgabenstellung bearbeiten und sonstige Betreuertätigkeiten im Übungssystem-Kurs ausüben können, die explizit im Übungssystem unter »Benutzeraccounts« als Betreuer eingetragen wurden. Alle Personen, die zwar in der Moodle-Kursumgebung, nicht jedoch im Übungssystem-Kurs über Betreuerrechte verfügen, erhalten dann beim Aufruf des externen Tools in der Betreuerrolle eine Fehlermeldung, dass sie nicht zum Betreuerzugriff berechtigt sind. (Diese Personen können immer noch über einen Wechsel zur Studentenrolle die Aufgabe mit Teststudenten-Rolle starten.)

Hinweis: Anders als bei Studenten gilt das Abschalten dieser Option auch rückwirkend, da Moodle-Betreuer beim LTI-Zugriff mit „vererbten Rechten“ nicht lokal in die Betreuerliste des Übungsssystem-Kurses eingetragen werden. Diese „Vererbung“ der Rechte hält nur für die Dauer der Browsersitzung.

Gradebook-Support (»Outcomes«)

Falls Sie möchten, dass vom Übungssystem vergebene Korrekturpunkte nach Moodle übertragen und dort ins sog. Gradebook eingetragen werden, aktivieren Sie im Übungssystem unter »LTI-Verknüpfungen« die Option »Outcomes« für die jeweilige Systemverknüpfung (s. Abb. oben).

Wenn diese Option aktiviert ist, wird bei jeder nachfolgenden Korrekturfreigabe versucht, die vergebenen Punkte nach Moodle zu übertragen. Das betrifft natürlich nur bewertete Aufgaben.3 Sollte eine Korrekturfreigabe wieder zurückgezogen werden, wird entsprechend sofort versucht, den Gradebook-Eintrag wieder zu löschen.

Diese Versuche erfolgen optimistisch, d.h.: Falls ein solcher Zugriff fehlschlägt, z.B. weil das Moodle-System gerade nicht verfügbar ist, so wird die Übungssystem-Operation dennoch funktionieren, also z.B. Korrekturen im Übungssystem freigegeben, ohne dass die Gradebook-Einträge auf Moodle-Seite erzeugt werden. Im Fehlerfall kann es also zu Abweichungen kommen.

Aus diesem Grund wird regelmäßig ein Abgleich durchgeführt, der die Gradebooks aktualisiert und somit fehlende Einträge nachträgt bzw. nach einer Rücknahme von Korrekturfreigaben ggf. noch verbliebene Gradebook-Einträge löscht. Auch falls Sie die »Outcomes«-Option erst nachträglich einschalten, nachdem Sie bereits Korrekturen zu mit Moodle verknüpften Aufgaben freigegeben haben, wird der nächste Abgleich die Ergebnisse nachträglich ins Moodle-Gradebook eintragen.

Falls Sie nicht auf den nächsten automatischen Abgleich warten wollen, können Sie ihn über den (→)-Button rechts neben der aktivierten »Outcomes«-Checkbox auch von Hand anstoßen.

(Hinweis: Der automatische regelmäßige Abgleich erfolgt nur in dem Semester, in dem der Übungssystem-Kurs angeboten wird. Etwas nach Semesterende wird der regelmäßige automatische Abgleich für die Kurse des zurückliegenden Semesters eingestellt. Ein manueller Abgleich ist aber jederzeit möglich.)

Mögliche Probleme

Wenn eine »Outcomes«-Synchronisation eingeschaltet ist, aber die zugehörige Aufgabe aus Moodle und mit ihr die entsprechenden Gradebook-Einträge später gelöscht werden sollten, so dass eine Synchronisation nicht mehr möglich ist, dann wird die Synchronisation entsprechende Probleme feststellen, die durch eine manuelle Bereinigung aufgelöst werden müssen. Siehe dazu den Abschnitt Gradebook-Synchronisations-Probleme und Bereinigung.

LTI-Only-Modus

Im Normalfall können Ihre Studenten nun die mit Moodle verknüpften Aufgaben von Ihrer Moodle-Umgebung aus aufrufen, aber alternativ dazu auch weiterhin direkt über die Seiten des Online-Übungssystems auf alle Aufgaben des Übungssystem-Kurses zugreifen.

Sie haben die Möglichkeit, in den Kursparametern die Option »Einsendungen ausschließlich per LTI erlauben!« für Studenten-Zugänge zu aktivieren. In dem Fall wird zumindest ein Erstzugriff nicht mehr über die Übungssystem-Seiten erlaubt, sondern nur noch von Moodle aus. Lediglich, wenn ein Student bereits auf eine Aufgabe per Moodle zugegriffen hat, kann er dieselbe Aufgabe anschließend auch vom Übungssystem direkt aus nachbearbeiten.

Diese Option gibt vor allem dann Sinn, wenn Sie die »Outcomes«-Option aktiviert haben (siehe vorherigen Abschnitt). Grund: Nur wenn ein Student mindestens einmal von Moodle aus auf die Aufgabe zugegriffen hat, ist dem Übungssystem sein Gradebook-Eintrag zur Aufgabe bekannt, und nur dann können seine Korrekturpunkte also in sein Moodle-Gradebook eingetragen werden. Studenten, die auf eine Aufgabe ausschließlich direkt übers Online-Übungssystem zugreifen, erhalten folglich keine Gradebook-Einträge zu dieser Aufgabe in Moodle. Dieser „LTI-Only-Modus“ verhindert solche Konstellationen. Allerdings bedeutet das auch, dass dann alle Aufgaben zum Kurs, die Sie in nicht in einen Moodle-Kurs eingebunden haben, für Studenten gar nicht erreichbar sind.


Weitere Hinweise

Übungssystem-Administration von Moodle aus

Nachdem Sie wie oben beschrieben eine Übungssystem-Aufgabe in Moodle eingebunden (und beide Systeme verknüpft, also den Moodle-Zugriff auf den Übungssystem-Kurs autorisiert) haben, wird immer, wenn Sie in Moodle als Betreuer die Aufgabe öffnen, der Aufgabeneditor direkt in Moodle eingebettet angezeigt. Dort können Sie ggf. die Aufgabe selbst nachbearbeiten.

Hinweis: Derzeit erfolgt keine Unterscheidung zwischen den beiden verschiedenen auf Moodle eingerichteten Betreuerrollen, d.h. auch ein Moodle-»Betreuer-/in ohne Bearbeitungsrecht« erhält im Übungssystem volle Betreuerrechte und kann insb. auch die Aufgabenstellungen im Übungssystem bearbeiten! Das gilt allerdings nur, falls Sie die Option »Betreuerrechte vererben« eingeschaltet lassen. Schalten Sie diese Option ab, so bekommen – egal ob per LTI oder regulärem Aufruf des Übungssystems – nur die explizit zum Übungssystem-Kurs als Betreuer angemeldeten Personen jemals Betreuerrechte.

Wenn Sie aber weitergehende Konfigurations- oder Verwaltungstätigkeiten am Übungssystem-Kurs vornehmen möchten (z.B. die Bearbeitungszeiträume konfigurieren oder Korrekturen freigeben, Outcomes-Dienst einschalten etc.), können Sie über das Symbol „in neuem Fenster öffnen“ oben rechts (in folgender Abbildung rot eingekreist) den eingebetteten Aufgabeneditor aus dem Moodle-Fenster „herauslösen“ und in einem kompletten Übungssystem-Fenster neu öffnen. Dort sind Sie weiterhin über Ihren Moodle-Account eingeloggt, haben aber nun über das linke Menü Zugriff auf alle Betreuungsfunktionen des Online-Übungssystem-Kurses.

Aufgabeneditor in Moodle „abdocken“ zu Übungssystem-Fenster mit Betreuer-Menü
Aufgabeneditor in Moodle „abdocken“ zu Übungssystem-Fenster mit Betreuer-Menü

Rollenwechsel als Betreuer

Wenn Sie in Moodle als Betreuer angemeldet sind, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Rolle zu wechseln und mit Ihrem Mitarbeiteraccount also auch die Teilnehmerrolle anzunehmen. Wenn Sie das bei einer Übungssystem-Aufgabe tun, werden Sie automatisch in Ihrem Übungssystem-Kurs unter Ihrem Betreuer-Login als Teststudent (mit normalen Studenten-Rechten) angemeldet und sehen damit die Aufgabe genauso wie Studenten (insbesondere nicht vor Bearbeitungsbeginn).

Bearbeitungszeiträume und Studentensicht

Die im Online-Übungssystem-Kurs vorgenommenen Einstellungen gelten unverändert auch für in Moodle eingebundene Übungssystem-Aufgaben, insbesondere gelten dieselben Bearbeitungszeiträume wie im Übungssystem eingestellt:

Als Kursbetreuer legen Sie zu jedem Aufgabenheft im Online-Übungssystem Bearbeitungstermine fest: Einen Bearbeitungsbeginn, ab dem Studenten überhaupt erst Zugriff auf die Aufgaben des Hefts bekommen, sowie ein Bearbeitungsende, bis zu dem Studenten ihre Lösungen dazu einsenden dürfen. Diese Termine gelten auch, wenn von Moodle aus auf die Aufgaben zugegriffen wird. D.h. vor dem Bearbeitungsbeginn sehen Studenten auch beim Versuch, von Moodle aus auf die Aufgabe zuzugreifen, nur einen Hinweis, dass die Aufgabe noch nicht verfügbar ist:

Studentensicht vor Bearbeitungsbeginn
Studentensicht vor Bearbeitungsbeginn

Nach dem Bearbeitungsende können Studenten die Aufgabe zwar weiter aufrufen, aber nichts mehr einsenden. Dafür können die Studenten nach Bearbeitungsende natürlich auch über Moodle auf die Korrektur und – sofern vorhanden – die Musterlösung zugreifen. In der Studentensicht finden sich dazu entsprechende Tabs zum Umschalten zwischen Aufgabenformular (in dem auch die letzte Einsendung eingeblendet wird), Korrektur und ggf. Musterlösung:

Beispiel für Korrekturansicht als Student
Beispiel für Korrekturansicht als Student

Gradebook-Synchronisations-Probleme und Bereinigung

Falls Sie eine Übungssystem-Aufgabe in einem Moodle-Kurs eingebettet hatten, zu dieser mindestens eine Korrektur erzeugt wurde (ggf. auch nur für einen Teststudenten oder Ihren eigenen Betreueraccount), die Outcomes-Funktion für diesen Moodle-Kurs aktiviert ist und Sie später die Aufgabe aus Moodle wieder löschen, kommt es bei allen nachfolgenden Gradebook-Synchronisationen zu folgendem Problem:
Nach dem Löschen der Aufgabe aus Moodle gibt es auf Moodle-Seite auch keinen Gradebook-Eintrag mehr, in den das Übungssystem die Korrekturergebnisse spiegeln könnte. Dennoch ist eine entsprechende Verknüpfung zu Moodle noch im Übungssystem gespeichert.

Ob eine solche Situation vorliegt, können Sie folgt erkennen: Wählen Sie im Betreuermenü des Übungssystem-Kurses wieder den Menüpunkt »LTI-Verknüpfungen« aus. Wenn dort – wie in der ersten Tabellenzeile der folgenden Abbildung – hinter dem Synchronisations-Button in der »Outcomes«-Spalte ein Fehlersymbol angezeigt wird, wurden solche Probleme festgestellt.

Fehleranzeige / Bereinigungs-Button in »Outcomes«-Spalte
Fehleranzeige / Bereinigungs-Button in »Outcomes«-Spalte

Um nähere Informationen zum Problem zu erhalten, starten Sie zunächst manuell einen einfachen Abgleich über den Sync-Button (linker Button, Pfeilsymbol). Das dann angezeigte Protokoll des ausgeführten Abgleichs sollte nun Warnungen enthalten, die genauer aufschlüsseln, welche Moodle-Aufgabe(n) nicht gefunden wurde(n).

Haben Sie diese Aufgabe(n) tatsächlich (absichtlich) aus Moodle gelöscht, so führen Sie bitte eine Bereinigung aus, indem Sie den zweiten Button (Fehleranzeige/Bereinigungs-Button, Ausrufezeichen-Symbol) anklicken. Diese Bereinigung löscht alle ungültig gewordenen Verknüpfungen zur in Moodle nicht mehr existierenden Aufgabe aus dem Datenbestand des Online-Übungssystems.

Der Grund, warum diese Bereinigung von Hand ausgelöst werden muss und nicht schon beim regelmäßigen Abgleich automatisch mit erledigt wird, ist, dass vor der Löschung von Daten aus dem Übungssystem ein Mensch bestätigen sollte, dass die Moodle-Aufgabe tatsächlich gelöscht wurde und nicht in Wirklichkeit ein anderes, vielleicht nur vorübergehendes Problem vorliegt.


  1. Nur bei Ihrem Übungssystem-Kurs angemeldete Betreuer haben das Recht, diese Verknüpfung zu Moodle zu erzeugen, womit verhindert wird, dass andere Moodle-Nutzer Ihre Aufgaben bei sich einbinden können.  ↩

  2. Ein Kursbetreuer kann die Belegungspflicht in den Kursparametern abschalten, dann gilt ein FernUni-Account (LDAP-Account) als einzige Zugangsvoraussetzung für den Übungssystem-Kurs. In gewissen Sonderfällen (abhängig vom Veranstalter) kann auch eine andere Zugangsregelung an Stelle einer Belegprüfung aktiv sein, z.B. dass ein Student in einen bestimmten Studiengang eingeschrieben sein muss, um automatisch Zugriff auf den Kurs zu bekommen.  ↩

  3. Falls Sie im Übungssystem eine automatisch bewertete „reine“ Selbstkontrollaufgabe angelegt haben, die immer direkt bei Einsendung eine Punktzahl ermittelt und danach beliebig oft erneute Einsendungen erlaubt, gilt diese Aufgabe standardmäßig als unbewertet und überträgt keine Korrekturpunkte nach Moodle. Grund: Der Student kann in der Regel (falls die Rückmeldung die Musterlösung verrät) schon im zweiten Versuch die volle Punktzahl erreichen. Selbst wenn Sie die Musterlösung nicht anzeigen lassen, hat er in der Regel nach wenigen Versuchen die richtige Lösung gefunden und volle Punktzahl. Nur wenn Sie in der Aufgabenerstellung die Option aktivieren, dass die Punkte dennoch in die Gesamtwertung einfließen sollen, wird eine übertragbare Bewertung erzeugt.  ↩